Die
Grösse eines Minischweins (zurück)
Ihr süsses kleines Ferkel
kann ein grosses, schweres Tier werden. Ein Minischwein ist
erst mit ca. 4 Jahren voll ausgewachsen. Die durchschnittliche
Schulterhöhe eines ausgewachsenen Minischweins ist 50
cm, seine Körperlänge beträgt ca. 80 - 100
cm und es wiegt bis zu 100kg. Ein guter Vergleich ist ein
grosser, fetter Rottweiler mit kurzen Beinen. Die Fütterung
hat keinen Einfluss auf die schlussendliche Grösse eines
Schweines, nur auf sein Gewicht; Sie können also über
das Futter die Endgrösse Ihres Minis nicht "steuern"
nur sein Gewicht.
Allerdings muss man dazu sagen,
dass heutzutage Minischweine in fast allen möglichen
und unmöglichen Grössen angeboten werden. Passen
Sie gut auf, bei den in Mode kommenden Kleinstschweinen; zum
Teil sind diese armen Tiere infolge von Inzucht sehr stark
degeneriert und werden kaum älter als 5 Jahre. Zudem
haben sie die Robustheit, für die Minischweine eigentlich
berühmt sind verloren und glänzen durch zahlreiche
Erkrankungen, Herzschwäche, Skelettschäden, etc.
Körpertemperatur
(zurück)
bei ausgewachsenen Schweinen beträgt
sie zwischen 38,5 - 39,5 °C. Bei Ferkeln etwas mehr zwischen
39,0 - 40,5 °C
Im Idealfall misst man die Temperatur
beim gesunden Tier und notiert sie sich. Bei evtl. ersten
Krankheitszeichen, misst man dann zuerst wieder die Temperatur
und kann sofort sehen, ob die Temperatur tatsächlich
erhöht ist.
Herzschläge
(zurück)
bei ausgewachsenen Tieren: 60
- 80/Minute bei Ferkeln: 120 - 200/Minute
Auch hier sollte man beim gesunden
Tier ruhig einmal den Puls ertasten und mitzählen.
Atemfrequenz
(zurück)
in Ruhe: 10-20 pro Minute in Bewegung:
30-80 pro Minute
Blutmenge
(zurück)
pro kg Körpergewicht: ca.
74 ml
Geschlechtsreife
(zurück)
im Alter von ( 3 ) 4 - 8 Monaten
Brunstzyklus
(zurück)
bei der Sau: alle 21 Tage während
2 - 3 Tagen ist sie rauschig. Beim Eber: ist immer sprungbereit
Trächtigkeitsdauer
(zurück)
112 - 115 Tage (+-3)
Eber
oder Sau? (zurück)
Viele Menschen haben Vorurteile
gegen Eber, wo doch gerade sie sehr lieb und verschmust sein
können. Eber sind meistens anschmiegsamer als Sauen.
Sauen sind öfter dickköpfig und eigensinnig. Egal,
für welches Geschlecht sie sich entscheiden: am besten
wäre es gleich zwei davon zu adoptieren, da Schweine
zu zweit einfach glücklicher werden und die Einzelhaltung
aus Tierschutzgründen abzulehnen ist.
Wenn Sie noch keine Erfahrung
mit Schweinen haben, kaufen Sie bitte kein Paar (im Sinne
von Eber und Sau)! Oder lassen sie den Eber dann schnellstmöglich
kastrieren. Es gibt schon zu viele Züchter. Bitte
bedenken sie, das ein Eber bis 6 Wochen nach der Kastration
noch lebensfähige Spermien erzeugt, und somit einer Bedeckung
in dieser Zeit nichts im Wege steht.
Sauberkeit
(zurück)
Schweine sind sehr reinliche Tiere.
Haben sie die Möglichkeit (sprich genügend Platz)
verunreinigen sie niemals ihren Schlaf- und Liegebereich mit
Kot und Harn. So muss das Stroh in der Behausung des Schweines,
bei artgerechter Haltung kaum gewechselt werden. Jede Woche
etwas frisches Stroh aufschütten genügt völlig.
Mit dem Stroh bauen sich die Schweine gerne ein grosses warmes
Schlafnest. Allerdings gibt es auch das Phänomen des
"Protestpinkelns". Wenn dem Schwein etwas nicht
passt, kann es unter Umständen seine Reinlichkeit vergessen.
Minischweine
in Wohnungen (zurück)
Wenn Sie keine Möglichkeit
haben, Ihren Tieren eine - wenn auch nur kleine - Weide mit
Behausung zu bieten, in der es wenigstens zeitweise draussen
sein kann, sollten Sie von einem Schweinekauf gänzlich
absehen. Die ausschließliche Haltung in der
Wohnung mit Katzentoilette und ähnlichen Hilfsmitteln
ist in keinster Weise artgerecht.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten
der Haltung:
1. Haus und Garten
Das heisst, ihre Schweine leben grundsätzlich im Haus, sind
aber nach Bedarf (Arbeit, Einkauf o.ä.) im Garten in dem ihnen
zugewiesenen Areal.
2. Stall und Garten
Ihre Schweine leben Grundsätzlich im Stall, haben aber die
Möglichkeit ihr eigenes Areal im Garten aufzusuchen. Vielleicht
ein kleiner Offenstall, damit ihre Schweine selbst entscheiden
können ob sie rein oder raus wollen. Zu ihnen ins Haus kommen
können sie ja trotzdem noch.
3. Freilandhaltung
Die Schweine haben ihren Stall in ihrem Areal und leben das
ganze Jahr draussen.
Zu ihnen ins Haus....s.o. (Auflagen siehe auch Schweinehaltungs-Hygiene
Verordnung SchHaltHygV §4)
Bitte beachten sie, das die Schweinehaltung
der Genehmigung durch den Amtsveterinär bedarf. Je nach Haltungsform
existieren unterschiedliche Auflagen. Die Behörden gehen
durchaus unterschiedlich mit der Privathaltung von Schweinen
um. Grundsätzlich gelten aber fast alle Auflagen in der
Massentierhaltung auch für die Privathaltung von Schweinen.
So absurd das auf den ersten Blick auch sein mag.
Ausserdem weisen wir darauf hin, das die Tiere bei der Tierseuchenkasse
gemeldet werden müssen. Leider gibts es keinerlei Ausnahmen
für Mini- oder Hobbyschweine. Diese Meldung muss innerhalb
von 14 Tagen erfolgen.
Die Tierseuchenkasse gewährt Entschädigungsleistungen bei
seuchenrechtlichen Massnahmen. Ein Schweinehalter ohne Anmeldung
haftet persönlich mit seinem Vermögen. Das kann im schlimmsten
Fall in die Zigtausend gehen. Für weitere Infos
zu diesem Thema bieten wir Ihnen eine umfassende Broschüre
an.
Versichern
sie ihr Schwein (Haftpflicht)! Sprechen sie mit ihrem Versicherungsfachmann,
es gibt hierzu mehrere Möglichkeiten.
Schweine-Basis-Erziehung
(zurück)
Schweine zu erziehen fordert von
Ihnen Entschiedenheit, Konsequenz, viel Geduld und sehr viel
Liebe. Schweine leben in der Natur in Rotten, in denen eine
strenge Rangordnung herrscht. Deshalb müssen Sie von
Anfang an klar machen, dass Sie das Leittier sind. Während
der ersten 2-3 Lebensjahre wird das junge Schwein Sie ziemlich
viel Nerven kosten; sie haben zwei pubertäre Phasen im
Leben: die erste wenn sie ca. 6 Monate alt sind und die zweite
mit ca. 2 Jahren. In dieser Zeit, wird das Schwein alles versuchen
um Ihnen den Rang als Rottenführer abzulaufen und um
jeden Preis seinen Kopf durchzusetzen!
Sie können nun auf keinen Fall
ein Schwein zu etwas zwingen. Wenn Sie es schlagen oder sonst
Gewalt anwenden, werden Sie seine Liebe für immer verlieren.
Arbeiten Sie vielmehr mit positiven Erfahrungen, d.h. loben
Sie es, wenn es etwas gut und richtig macht, geben Sie ihm
dann auch eine Leckerei als Belohnung. Denken Sie auch daran,
wenn das Schwein gerade Ihre frisch eingepflanzten Blumen
und Sträucher ausgegraben hat, oder Ihren englischen Rasen
umgepflügt hat, dass dies in seiner Natur liegt! Wühlen liegt
ihm im Blut.
Da Schweine sehr intelligente
Tiere sind, langweilen sie sich schnell. Vorallem im Winter,
wenn der Boden gefroren ist und sie sich nicht mit wühlen
die Zeit vertreiben können. Dann kann es auch vorkommen, dass
das Schwein zerstörerisch tätig wird. Sie können das vermeiden,
indem Sie es beschäftigen, ihm etwas zu Tun geben (z.B. einen
soliden Ball oder anderes "Spielzeug").
Wenn sie mit ihrem Schwein spazieren
gehen wollen, gewöhnen sie es von klein auf sanft an sein
Geschirr. Solange es auf ihrem Grundstück stattfindet, ist
das ok. Ihr Schwein im PKW zu transportieren ist verboten.
Minischweine
brauchen Gesellschaft (zurück)
Als ein sehr soziales Tier, braucht
das Schwein Gesellschaft. Ein Schwein, dass sich auf Dauer
langweilt, wird seelisch verkümmern und aggressiv werden.
Seinen Unmut wird es mit allerlei Unsinn kundtun.
Bitte bedenken sie, das Schweine
Rottentiere (Herdentiere) sind. (Selbst in der Massentierhaltung
muss gewährleistet sein, das Schweine Sichtkontakt zu
Artgenossen haben). Ab einem gewissen Alter reicht der Mensch
dem Schwein nicht mehr als Rottenangehöriger.. Sie sind
nette Gesellschaft, aber Sie sprechen nicht seine Sprache
und können somit den Artgenossen nicht ersetzten. Hund, Katze
oder Ziege können es auch nicht. Daher nochmals unsere Betonung:
kein Schwein ist gern allein!
Wenn die ersten Probleme auftauchen,
wie Beissen oder Protestpinkeln, und sie sich dann erst entscheiden
ein zweites Schwein aufzunehmen, wird es sehr schwierig. Sie
können das neue Schwein nicht einfach zum ersten dazusetzen.
Das "alte" Schwein wird von seinem Hausrecht gebrauch
machen und das "neue" unterdrücken und im schlimmsten
Fall ordentlich zerbeissen. Sie müssen in der Anfangszeit
strikt getrennt sein und nur Sichtkontakt geniessen, um sich
aneinander zu gewöhnen. Das kann dauern! Wenn man sie dann
schliesslich zusammenlässt, muss genug Platz vorhanden sein
damit der Unterlegene ausweichen kann. Dann brauchen sie Nerven.
Die Hierarchie wird ausgefochten werden. Einer ist immer der
Rottenführer. Bei diesen Machtkämpfen kann auch durchaus Blut
fliessen. Mischen sie sich nach Möglichkeit nicht ein. Das
zögert nur hinaus. Es sieht meistens schlimmer aus als es
ist. Das ist aber die Sprache, die Schweine sprechen.
Die
ersten Monate (zurück)
Die ersten Monate im neuen Heim
sind die kritischste Zeit. Wenn das Minischwein die Basisdinge
lernt (wie Rottenhierarchie, die Sozialisierung mit den anderen
Rottenmitgliedern), wird Ihr zukünftiges Zusammenleben
viel leichter werden. Dafür müssen Sie aber in der
ersten Zeit sehr viel Zeit mit ihm verbringen.
In dieser Zeit muss das Schweinchen
auch unbedingt lernen, dass Sie es überall berühren
und untersuchen können. Vorallem seine Klauen, Ohren
und die Augen.
Beherzigen Sie auch, dass ein
Schwein einen Platz braucht, der nur ihm allein "gehört"
(z.B. das Schlafhäuschen, etc.) und wohin es sich zurückziehen
kann, wenn es seine Ruhe haben will oder einfach in Ruhe gelassen
werden will.
Der häufigste Fehler bei
Ferkeln ist, dass man sie von Beginn an, im ganzen Haus bzw.
der ganzen Wohnung, laufen lässt. Wenn das Ferkel ankommt,
sollte es in einem begrenzten Raum - ein Zimmer - gehalten
werden, bis es sich eingelebt hat, stubenrein ist und auch
einen Teil der Erziehung und Sozialisierung begriffen hat.
Erst nach 1-2 Monaten lässt man es auch in andere Wohnbereiche.
Wie wird
das Ferkel stubenrein? (zurück)
Stellen Sie ihm in dem Raum indem
Sie es während den ersten 1-2 Monaten halten wollen,
ein Katzenklo oder ein ähnliches flaches Kistchen zur
Verfügung. Als Einstreu nehmen Sie Katzenstreu oder Sand.
Anfangs lassen Sie immer ein klein wenig vom Kot im Kistchen
liegen, damit das Ferkel genau versteht wofür die Kiste
ist. Allerdings darf es natürlich nicht zu sehr verunreinigt
sein, denn sonst graust es das Ferkel und es macht sein Geschäft
woanders hin. Später wenn Sie es im ganzen Haus laufen
lassen, sollten Sie anfangs an mehreren Stellen Kistchen anbieten,
damit möglichst wenig daneben geht. Die meisten Schweine
begreifen jedoch schneller als Hunde, wie das läuft.
Wenn es die Möglichkeit hat, nach draussen zu gehen,
wird es bald selber hinaus gehen oder hinausgelassen werden
wollen, um sein Geschäft zu erledigen.
Was
frisst ein Schwein? (zurück)
Vorneweg gleich das Wichtigste:
nicht zuviel füttern! Häufig sieht man ziemlich
unschön überfütterte Minischweine, abgesehen
davon, dass man diesen Schweinen so jede Lebensqualität
raubt, verkürzt es auch erheblich ihre Lebenszeit. Schliesslich
wollen Sie Ihr Schwein ja nicht mästen.
Im Handel finden Sie Schweinefutter,
dass jedoch meistens Mastfutter ist und somit als Alleinfutter
für Minischweine nicht geeignet, zudem ist auch häufig
Tiermehl in solchem Fertigfutter.
Manche Futtermittelverkäufer
empfehlen auch Pferdefuttermischungen; das ist nicht zu empfehlen,
denn dem Pferdefutter sind natürlich Mineralienzusätze
beigemischt (auf Pferde abgestimmt) die unkompatibel mit dem
schweinischen Bedarf sind. !! Kein Mineralienzusatz für
Pferde an Schweine verfüttern !!
Schweine sind grundsätzlich
Allesfresser, bevorzugen aber Grünzeug. Eine Basis-Futtermischung
kann wie folgt aussehen:
Getreideschrot (grob geschrotete
Gerste, Mais, Weizen, Hafer) mit Wasser zu einem dicken aber
feuchten Brei anrühren (im Winter warmes Wasser nehmen),
dann einen Mineralienzusatz für Schweine, gibt es auch
Vitaminisiert - im Landhandel - nach Dosierung dazumischen.
(Wichtig: nicht unter- oder überdosieren!!)
Der Mineralienzusatz ist wichtig,
da sonst gerne Mangelerscheinungen oder Wachstumsstörungen
auftreten bei heranwachsenden Minischweinen.
In diesen Brei können Sie
nun noch Früchte, Gemüse oder Kleie mischen, wie
es gerade zur Verfügung steht. Heu, Stroh, Gemüse
und Früchte können Sie den Schweinen auch tagsüber
anbieten, Sie beschäftigen sich dann damit, was wiederum
gut gegen Langeweile ist.
Wieviel Sie füttern müssen,
hängt von Grösse und Alter des Schweines ab. Als
grobe Faustregel kann man sagen, dass Schweine 1-2 % ihres
Körpergewichts am Tag an Futter benötigen. Eine
generelle Empfehlung in Prozentangaben kann man nicht unbedingt
geben. Es kommt auf die Zusammensetzung der Nährstoffe
und Energiegehalt des Futters an.
Gefüttert wird zweimal täglich:
morgens und abends. Ob sie zu festen Zeiten füttern oder "regelmässig
unregelmässig" bleibt ihnen überlassen. Ist das Schwein
aber daran gewöhnt morgens um 7 Uhr sein Futter zu bekommen,
werden sie nie wieder ausschlafen können. Es wird als ein
lautstarker Wecker fungieren.
Sie werden sehr schnell selber
feststellen, ob Ihr Schwein zu dick wird, Gewicht verliert
oder genau richtig in Form ist. Nicht immer wenn das Schwein
quiekt, hat es auch Hunger, füttern Sie lieber weniger
als mehr.
VORSICHT IST GEBOTEN IM FRÜHLING:
Schweine, die nicht ganzjährig Zugang zu einer Weide
haben, können sich an übermässig viel frischem
Gras im Frühling Blähungen und Durchfall zuziehen.
Vorallem bei jungen Tieren (aber auch bei ausgewachsenen Schweinen)
kann das tödlich enden!!
Minischweine
und Kinder (zurück)
Als Rottentier begreift das Schwein
Kleinkinder als seine Rivalen; und kann durchaus ein herum
krabbelndes Kleinkind angreifen und verletzen. Es agiert so,
in dem Bestreben seinen Platz in der Hierarchie (höher
als der Rivale) zu festigen. Deshalb lassen sie NIE ein Kleinkind
allein mit einem Minischwein ohne Aufsicht.
Grössere Kinder können
auch aus Unverständnis für den Schmerz den sie zufügen,
ein Schwein misshandeln oder dermassen ärgern, dass es
nervös und aggressiv reagieren kann. Ein Schwein vergisst
nie, wer es einmal misshandelt hat. Wenn Kinder das Schwein
einmal misshandelt haben, wird das Schwein Ihnen das ein Leben
lang nachtragen und immer ungnädig auf sie reagieren
- auch wenn sie älter werden.
Minischweine
und andere Tiere (zurück)
Als soziales Tier leben Schweine
meistens im Einklang mit anderen Tieren gut zusammen, aber
es kann auch Probleme geben. Vorallem mit Hunden, die das
Schwein als Beute betrachten und es angreifen. Auch hier ist
die Gewöhnung sehr, sehr wichtig. Sie sollten Hund(e)
und Schwein(e) nie unbeaufsichtigt alleine lassen.
Schweine
und Nachbarn (zurück)
Schweine können unglaublich
laut werden wenn sie etwas unbedingt wollen oder mit etwas
ganz und gar nicht einverstanden sind. Da sie auch eine weittragende
Stimme haben, bringt das manche Nachbarn schneller und gründlicher
auf die Palme als ein bellender Hund. Auch wenn ein Schwein
allein gelassen wird, kann es zu solchen Unmutsbezeugungen
kommen. Es ist sicher von Vorteil, wenn Sie vor dem Kauf mit
ihren Nachbarn darüber sprechen. Später, wenn sie
in Urlaub fahren wollen, findet sich vielleicht dann sogar
ein netter Nachbar, der die Schweinchen füttert während
ihrer Abwesenheit.
Wo
soll das Schwein leben? (zurück)
Während ihrer Abwesenheit sollte
das Schwein sich draussen aufhalten. Der Auslauf kann sehr
einfach gehalten sein, muss aber eine gute Umzäunung
haben. Ihr Minischwein wird sich dort gerne die Zeit vertreiben,
während Sie nicht Zuhause sind. Beachten Sie, dass die
Umzäunung stark genug sein muss, um Ihr Minischwein drinnen
zu halten und streunende Hunde oder zu neugierige Menschen
draussen.
Während das Minischwein draussen
ist, braucht es einen Platz um vor Wind, Kälte, Sonne
und Regen geschützt zu sein. Deshalb ist ein kleiner
Stall unumgänglich. Ideal für 2 Minischweine ist
eine Behausung von einer Fläche ca. 1,5 x 1,5 m und ca.
1,2 m hoch. Die Wände sollten isoliert sein, der Stall an
allen vier Seiten geschlossen mit einer ca. 50 cm hohen Öffnung
als Eingang. Er sollte dick mit Stroh eingestreut sein.
Ihr Schwein muss jederzeit Zugang
zu Frischwasser haben. Während der Sommerzeit muss es
sich schützen können vor zu grosser Hitze. Schweine
haben keine Schweissdrüsen und erleiden so schnell einem
Hitzschlag. Hellhäutige Schweine kriegen auch sehr schnell
Sonnenbrand. Es muss einen Schattenplatz haben. Richten sie
ihm doch eine Suhle ein. So ein herrliches Schlammbad kühlt
die Haut und schützt vor Insekten. Vielleicht ein kleiner
Pool? Schweine sind ausgezeichnete Schwimmer.
Rutschige,
glatte oder weiche Böden
(zurück)
Schweineklauen sind wie Kufen.
Wenn die Böden auf denen sie gehen, rutschig oder glatt
sind, können sie sehr leicht ausrutschen, hinfallen und
sich verletzten. Ihre Klauen sind auch sehr hart und können
in weichen Bodenbelägen kleine Löcher hinterlassen.
Deshalb sollten Sie auf rutschigen oder weichen Böden
unbedingt Teppiche oder Läufer hinlegen.
Reaktionen
von Mitmenschen (zurück)
Seien Sie darauf vorbereitet,
dass ein Schwein viel Aufmerksamkeit erregt und die verschiedensten
Reaktionen hervorruft (positive wie negative). Manche werden
sich interessieren und Ihrem Schwein und Ihnen mit Freude
und Interesse begegnen.
Andere werden Sie und Ihr Schwein
überhaupt nicht akzeptieren können, da sie in den
Vorurteilen über Schweine regelrecht gefangen sind. Sie
werden weder verstehen noch tolerieren, dass Sie ein Minischwein
als Haustier halten. Leider kann es dann auch vorkommen, dass
ein solcher Mensch, alles daran setzt - auch gerichtlich -
Ihnen die Schweinehaltung zu verbieten.
Klären Sie unbedingt vor
dem Kauf ab, ob Ihre Nachbarn, Vermieter und die jeweilige
(Stadt-) Verwaltungsämter keine Einwände haben gegen
ein Schwein als Haustier.
Minischweine
hinterlassen Spuren (zurück)
Auch wenn Ihr Schwein die meiste
Zeit drinnen lebt, es wird schnüffelnd, tastend und manchmal
auch wühlend Möbel, Wände, Türen, Pflanzen,
etc. untersuchen. Der Rüssel ist nass und somit
wird es Spuren hinterlassen, so oder so... Wenn das Schwein
gerade von draussen hereinkommt, können seine Klauen
voller Steinchen und Dreck sein, den es dann mehr oder weniger
gleichmässig im Haus verteilt. Manche Minischweine "schauen"
alles mit dem Mund an, besonders wenn sie denken, dass etwas
Fressbares in der Nähe ist. Menschen die mit Minischweinen
leben, werden öfter mal Böden und andere Flächen
aufwischen müssen und Flecken aus Teppichen entfernen
- oder ganze Teppiche reinigen lassen müssen!
Ihr Schwein wird auch Ihren Garten
umgestalten. Speziell angebautes Gemüse wird sein Ziel
sein. Sie müssen für gute Umzäunungen sorgen,
damit das Schwein in dem Teil des Gartens bleibt, den sie
ihm zugedacht haben.
Wer
ist ideal um ein Schwein zu halten?
(zurück)
Minischweine sind ein gutes Haustier
für Sie, wenn:
- Sie nicht entmutigt sind, trotz des
hier beschriebenen "Horrors". ;-)
- Sie Ihr Leben teilen möchten mit
intelligenten und freundlichen Wesen.
- Sie - im Idealfall - einen Tierarzt
finden, der etwas von Schweinen versteht und sie behandeln
darf.
- Ihre Minischweine einen Teil des Tages
drinnen und draussen verbringen können (oder ganzjährig
draussen).
- Sie entschieden und konsequent, doch
liebevoll agieren können.
- Sie sehr viel Zeit mit Ihren Minischweinen
verbringen können.
Ein gut behandeltes Minischwein
ist ein freundliches und sanftes Haustier. Jedes Schwein hat
eine starke individuelle Persönlichkeit. Ein Schwein
wird Ihre Entschiedenheit, Konsequenz und Liebe belohnen mit
grosser Treue und gutem Betragen. Es wird Ihnen immer zeigen,
wie sehr es sie liebt und an Ihnen hängt, indem es immer
Ihre Nähe suchen wird. Es wird Ihnen auch grunzend erzählen,
was ihm alles passiert ist, was es bewegt und was es von verschiedenen
Dingen und Vorkommnissen hält!
Wenn ein kleines energisches Ferkelchen
älter wird, wird es ruhiger werden und sich umso glücklicher
von Ihnen den Bauch schrubbeln lassen oder ein Schläfchen
mit seinem Besitzer halten.
Impfungen
(zurück)
Wir empfehlen ihnen ihr Schweinchen
gegen Rotlauf, Parvovirose, Mykoplasmen (Schweinegrippe),
Tollwut (je nach Gebiet) und Tetanus impfen zu lassen. Tetanus
kommt bei Schweinen nicht häufig vor, aber damit sind sie
auf der sicheren Seite. Die meisten Minischweine sind bei
artgerechter Haltung und Fütterung sehr robust und werden
nur selten krank.
Entwurmen
(zurück)
2-mal jährlich sollten Sie
Ih(e Schweine mit einem Breitband- Entwurmungsmittel (fragen
Sie Ihren Tierarzt) entwurmen.
Erste
Krankheitsanzeichen (zurück)
Wenn Sie mit Ihrem Schwein zusammenleben
und viel Zeit mit ihm verbringen, wird Ihnen eine allfällige
Veränderung im Verhalten schon auffallen, bevor Sie überhaupt
die ersten Krankheitsanzeichen sehen können.
Gehen sie zum Tierarzt wenn Sie
folgendes beobachten:
Erbrechen über 24 Stunden
Futterverweigerung über 24 Stunden
Durchfall über 24 Stunden
Verstopfung über 24 Stunden
Länger als 8 Stunden nicht mehr aufstehen
Temperatur rectal > 39,5°C beim ausgewachsenen >
40,5 beim Ferkel
Temperatur rectal < 37,0° C (Untertemperatur)
Absolute Bewegungsunlust
Bauchschmerzen, Koliken
Anhaltende Blutungen
Blutiges Erbrechen
Blutiger Stuhl
Plötzliche gravierende Verhaltensänderungen
Beschleunigte Atmung
Anhaltendes Humpeln (Lahmen)
Wenn Sie gesehen haben, dass das Schwein giftige oder nicht
geeignete Stoffe aufgenommen hat.
Hier ist es dann auch wichtig,
dass Sie einen Tierarzt haben, der das Schwein als Ihr Haustier
behandelt und nicht als einen grossen Rollbraten!
Krankheiten
und ihre Ursachen (zurück)
Krank macht: falsche Fütterung
oder schlechtes, verdorbenes Futter; ungeeignete Futtermittel,
zuviel oder zuwenig Futter, Süssigkeiten.
Krank macht: schlechtes Stallklima;
Zugluft, Staub, zu hoher Ammoniakgehalt, zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Krank macht: ungünstige oder
untaugliche Stallböden; glatte Böden, zu wenig Einstreu,
verletzungsträchtige Stalleinrichtungen (scharfe Kanten,
vorstehende Nägel etc.).
Krank macht: schlechte Stallhygiene;
Ratten und Mäuse, schlechte Stallreinigung.
Krank macht: Parasitenbefall;
Zecken, Läuse, Würmer.
Krank machen: Infektionserreger;
Bakterien, Pilze, Viren
Ein luftiger, sauberer
Stall, ausgewogenes und gesundes Futter, genügend Einstreu
sowie eine liebevolle Betreuung der Schweine bewahren vor
mancher Krankheit.
Kleine
Hausapotheke für's Schwein
(zurück)
Folgende Grundausstattung sollte
sie enthalten:
- Wund- bzw. Desinfektionsspray
oder -Puder - Wundheilsalbe - Mittel gegen Ektoparasiten wie
Zecken, Milben, Läuse und Flöhe - digitaler Fieberthermometer
- kleine Zange und Schere - Taschenlampe - Verbandszeug -
Notizen über Körpertemperatur und Herzfrequenz
des gesunden Schweines
Wo
finde ich ein Minischwein? (zurück)
Aufgrund der Vielzahl der inzwischen
wöchentlich zu vermeldenden Abgabetiere, raten wir jedoch
jedem künftigen Halter, einem dieser Schweinchen ein
gutes, neues Zuhause zu bieten. Wir bieten auf unserer Website
eine grosse Anlaufstelle für all diejenigen, die ein
Schweinchen abgeben müssen und natürlich auch für
diejenigen, die ein Minischwein aus zweiter Hand nehmen möchten.
Wir können nur jedem zukünftigen Minischweinhalter
raten, einem dieser Racker eine zweite Chance zu geben, bevor
man einem Züchter mehrere Hundert Euro in die Hand drückt.
In der Zwischenzeit gibt es eine
Fülle von Züchtern, bei denen man sich ein Minischwein
besorgen kann. Wir können Ihnen aber keinerlei Empfehlungen
für einen jeweiligen Züchter geben, da dies unsere
Kapazitäten bei weitem übersteigt. Auch arbeiten
viele der populärsten Züchter mit reichlich unseriösen
Methoden, die wir in keinster Weise billigen können.
Es gibt keinerlei Zuchtstandards in Deutschland, jeder Züchter
kann daher von "Rassen" sprechen, obwohl man lediglich
von Zuchtlinien sprechen könnte. Prüfen Sie daher
genauestens alle Details, bevor Sie sich ein Tier bei einem
Züchter besorgen. Vergleichen Sie mehrere Züchter
und stellen Sie viele Fragen. Es gibt niemanden, der
dies seriös für Sie übernehmen könnte!
Werfen Sie auch einen Blick auf unsere diesbezüglichen
Hinweise zu Minischweinzüchtern.
Fragen oder Anregungen
zu unseren Ausführungen? Kontaktieren Sie uns per Mail
oder Telefon bzw. diskutieren Sie mit uns in unserem Forum!
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